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Ferienparadies Tschernobyl

Dienstag, Januar 18th, 2011

Das ist DIE Tourismus- Sensation 2011 schlechthin! Fast 25 Jahre nach dem Super-Gau bei unseren ukrainischen Nachbarn öffnet der Tourismus seine Pforten für technisch begeisterte oder einfach nur die Ruhe suchende Urlauber aus aller Welt. Ruhig ist es dort ganz sicher. Denn von den 50.000 Menschen der nahegelegenen Stadt Prypjat ist niemand mehr da, der Krach machen könnte.

Zunächst habe ich das Ganze für einen Scherz gehalten. Weitere Recherchen haben jedoch ergeben, dass die das ernst meinen. 2010 hatten bereits 7500 Menschen die Region für 122 Euro pro Nase aufgesucht, um mal zu gucken. Ist ja im Prinzip wie Hochwasser-Tourismus am Fischmarkt in Altona.
Trotzdem irgendwie clever. Die Nummer könnte eigentlich von der deutschen Atom-Industrie initiiert worden sein. Denn: Wenn man nach 25 Jahren schon wieder in die verstrahlte Gegend reisen kann, ist das ja wohl alles nicht so schlimm. Dann kann man die deutschen Rostlauben ja nochmal 100 Jahre laufen lassen. Und überhaupt: Schneller kann man doch im Urlaub gar nicht braun werden, und das OHNE Sonne! ALL INCLUSIVE!

Als fantasievoller Mensch habe ich mir das mal bildlich vorgestellt:
Glücklich grasende Kühe direkt neben dem natürlich 1a abgeschirmten Reaktorblock. (Die Kühe sind proportional etwas groß geraten, sind aber wiederum realistisch, die fressen ja schließlich den ganzen Tag verstrahltes Gras und verstrahlte Psylos gleich mit. Vielleicht etwas mutiert, sind die Viecher bestimmt besser drauf als unsere dioxinverseuchten Knasthühner.) Freizeitparks mit Achterbahn und Erlebnisbad, Pferderennbahn, Segelregatten und vieles mehr. Hier geht ALLES!

Aber das Beste kommt noch: Erst kürzlich hatte die Ukraine Tschernobyl in das offizielle Tourprogramm der Fußball-Europameisterschaft 2012 aufgenommen. Die Ex-Sowjetrepublik richtet das Turnier gemeinsam mit Polen aus.
Ich hab das Fußballfeld einfach schonmal integriert, das Stadion müsste dann drumherumgebaut werden…

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